Kokosfett oder Kokosöl?

Oft wird gefragt: „Was ist der Unterschied zwischen Kokosfett und Kokosöl?“

Diese Frage ist gar nicht einfach zu beantworten, denn Kokosfett und Kokosöl sind eigentlich die gleichen Produkte.
Selbst laut Duden sind beide Begriffe nicht ganz klar definiert:
Öl = mehr oder weniger flüssige Konsistenz
Fett = feste, halbfeste oder flüssige Konsistenz

Je nachdem in welchem Aggregatzustand sich das Produkt also befindet, spricht man demnach von Kokosfett bzw. Kokosöl. Bei Temperaturen unter 25°C verfestigt sich Kokosöl und erhält eine cremige bis feste Eigenschaft, die sich streichen lässt. In diesem Zustand bezeichnet man es als Kokosfett. Steigen die Temperaturen über 25°C wird das Kokosfett flüssig und erhält damit die Bezeichnung Kokosöl.

In tropischen Ländern gibt es nur natives Kokosöl in flüssiger Form zu kaufen. Dieser Begriff hat sich inzwischen auch bei uns eingebürgert, wenngleich wir hier, aufgrund der hauptsächlich cremigen Konsistenz, eigentlich eher von Kokosfett sprechen müssten. Mancher Reisende hat sich nach seiner Heimkehr von seiner Reise schon gewundert, weshalb das im Urlaub gekaufte flüssige und glasklare Kokosöl nach der Rückkehr in kühlere Breitengrade plötzlich fest und weiß war. Unbehandelte Kokosöle sind in tropischen Gebieten immer flüssig. Weisen sie dort eine feste Konsistenz auf sind sie auf jeden Fall raffiniert oder mit Zusätzen versehen. Bei uns herrschen eher Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes von Kokosöl, weshalb es bei uns meist fest ist.

Kokosfett
Bildquelle: W.R.Wagner/pixelio.de

Man unterscheidet kalt gepresstes, naturbelassenes Kokosöl, raffiniertes oder gehärtets Kokosöl/Kokosfett und schonend desodoriertes Kokosfett, das sonst nicht weiter bearbeitet wurde.

In hitzebehandeltem, industriell gefertigtem Kokosnussfett, wie man es beispielsweise unter dem Namen „Palmin“ kennt, sind nur noch wenige Nährstoffe enthalten. Dieses gehärtete und raffinierte Kokosfett weist keinen natürlichen Kokosgeruch mehr auf, es riecht und schmeckt neutral, eben nach reinem Fett und ist gewöhnlich in festen Blöcken zu kaufen. Dieses Fett hat einen recht hohen Schmelzpunkt und verflüssigt sich normalerweise erst in der Pfanne.

Händler differenzieren über die Bezeichnung zwischen ihren Produkten

Einige Kokosöl-Hersteller bieten sowohl natives Kokosöl als auch desodoriertes Kokosfett in ihrem Sortminent an. Sie bedienen sich einer ganz einfachen Methode, um ihren Kunden die Unterscheidung zwischen einem naturbelassenem Kokosöl (mit Kokosduft und -geschmack) und dem desodorierten Kokosöl (neutraler Geruch und Geschmack) zu erleichtern. So erhält das native Öl die Bezeichnung „Kokosöl“ und die desodorierte Variante wird „Kokosfett“ genannt.

Unserer Meinung nach macht es das für Kunden, die darüber informiert sind, ein wenig einfacher, das gewünschte Produkt auszuwählen. Ansonsten ist es bei fremden Produkten immer ratsam, die Artikelbeschreibung bzw. den Banderolentext auf typische Merkmale zu prüfen.

Kokosöl mit Kokosgeschmack und -duft trägt gewöhnlich folgende Bezeichnungen:
kaltgepresst, nativ, 1. Kaltpressung, naturbelassen, natürlich, virgin
Kokosfett ohne Kokosgeschmack und -geruch trägt oft folgende Angaben:
desodoriert, raffiniert, gehärtet, fraktioniert, ohne Aroma

Desodoriert und trotzdem gute Qualität?

Schonend desodoriertes Kokosfett enthält zwar nicht den für Kokosöl typischen Geschmack und Geruch nach frischer Kokosnuss, durch einen äußerst vorsichtigen Bearbeitungsvorgang können aber viele Nährstoffe erhalten bleiben. Lediglich die wärmeempfindlichen Vitamine (vor allem Vitamin E) im Kokosöl leiden unter diesem Vorgang. Es gibt aber hochwertiges Bio Kokosfett das trotz Desodorierung noch einen Laurinsäuregehalt von rund 50% aufweist. Allerdings sollte man unbedingt beachten: Wurde das Kokosfett neben dem Desodorieren auch raffiniert oder gehärtet, verliert es einen großen Teil an seinem eigentlichen Wert und es kann Transfettsäuren enthalten. Also beim Fett am besten nur die unraffinierte Variante kaufen!

Ein naturbelassenes, kalt gepresstes Kokosöl verfügt im Gegensatz dazu auch noch über die von Natur aus enthaltenen gesundheitsfördernden Vitamine und lässt sich an dem unnachahmlich sanften Kokosgeruch und -geschmack erkennen. Nur naturbelassenes Kokosöl bietet demnach noch alle gesundheitlich relevanten und pflegenden Vorzüge der Kokosnuss.

Achten Sie also, wenn sie ein geruchsloses und geschmacksneutrales Biokokosfett kaufen wollen auf die schonende Desodorierung und dass es nicht raffiniert wurde und bei Biokokosöl mit Geschmack und Kokosaroma sollten Sie auf die Bezeichnungen „nativ“ und „kaltgepresst“, bestenfalls sogar „Rohkost“ schauen. Rohköstliches Kokosöl wird bei sehr geringen Temperaturen gepresst und ist deshalb noch wertvoller für die gesundheitsbewusste Küche.

Tipp:
Kokosfett und Kokosöl lässt sich in der festen Form etwas leichter dosieren als in flüssiger Form. Füllt man also die benötigte Menge ab und stellt das Glas mit dem flüssigen Öl für kurze Zeit in den Kühlschrank, verfestigt es sich und kann dann mit dem Löffel entnommen werden. Möchte man im Gegensatz dazu das feste Kokosfett verflüssigen, reicht es aus, wenn man den Behälter für kurze Zeit unter den warmen Wasserstrahl hält. Man kann das Fett auch im warmen Wasserbad schmelzen, das Wasser sollte aber auf keinem Fall kochen, denn dies vermindert die wertvollen Nährstoffe des Öls.

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4 Kommentare

  1. Ich habe hier eine super Erklärung gefunden. Es deckt sich inhaltlich mit dem was ihr schreibt, aber vielleicht kann der eine oder andere das noch besser verstehen wenn es anders formuliert ist. Die Herleitung ist auch etwas ausführlicher.

    kokosoel-kaltgepresst.de/kokosoel-kokosfett

  2. Ich habe es so gelernt, dass Kokosöl und Kokosfett nicht dasselbe sind. Kokosöl ist gepresstes Öl und Kokosfett enthält Fasern

    1. Hallo Munk,
      das ist so nicht ganz richtig.
      Es ist das Kokosmus, das Fasern der Kokosnuss enthält und nicht das Kokosfett.

      Kokosfett und Kokosöl unterscheiden sich, wenn man es richtig nimmt, nur durch die Konsistenz. Bei Temperaturen über etwa 24°C verflüssigt sich das in unseren Breitengraden oft feste Kokosfett und wird zu Kokosöl.
      Aber Achtung:
      Manche Hersteller differenzieren zwischen beiden Produkten indem sie das naturbelassene und unbehandelte Öl als „Kokosöl“ bezeichnen, während das desodorierte (geruch- und geschmacklose) Öl unter der Bezeichnung „Kokosfett“ angeboten wird.
      Beim Kauf kann man deshalb in den meisten Fällen davon ausgehen, dass Kokosfett nicht nach Kokos riecht und schmeckt, weil es desodoriert wurde. Ein genauerer Blick aufs Etikett ist daher sinnvoll, wenn man sich nicht „vergreifen“ will.

      Viele Grüße
      BioKokosöl.de

  3. Sehr gehrte Damen und Herren,
    ich bereite eine Publikation für eine biologiedidaktische Fachzeitschrift (Praxis der Naturwissenschaften/Biologie in der Schule) vor, in der es um Cocos nucifera gehen wird. Ich habe in Ihrem Internetauftritt gesehen, dass – nicht unerwartet – die Palette an Kokosprodukten sehr reichhaltig ist. Wäre es möglich, dass Sie mir Printmaterialien zukommen lassen können (Prospekte, Broschüren u. ä.), die ich als Informationsquelle nutzen kann?
    Das wäre eine große Hilfe.
    Mit bestem Dank im Voraus und ebensolchen Grüßen
    Christiane Högermann

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